Einzelausstellung mit Arbeiten von Joachim Hiller im Atelierhaus Vahle Dr. Christiane Klein in Darmstadt


Joachim Hiller, o.T., 1987, Acryl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Joachim Hiller, o.T., 1987, Acryl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Einzelausstellung mit Arbeiten von Joachim Hiller im Atelierhaus Vahle Dr. Christiane Klein

Das Besondere an Joachim Hiller ist, dass er seine Werke, Tausende von Gemälden, Reliefbildern, Zeichnungen und Aquarellen, über fast vier Jahrzehnte hinweg in völliger Unabhängigkeit und in bewusster Distanz zum Kunstmarkt geschaffen hat. Nach seinem Studium an der Meisterschule für Kunsthandwerk in Berlin 1953 hat Hiller jahrelang als Grafiker und Art Director gearbeitet, bevor er sich im Jahr 1969 dazu entschloss, sich ausschließlich seiner Malerei zu widmen. Abseits vom kommerziellen Kunstbetrieb, ohne Galerievertretung, ohne Ausstellungsbeteiligungen und unabhängig von wechselnden künstlerischen Moden war und ist er allein darauf konzentriert, seine Malerei inhaltlich und technisch weiter zu entwickeln und seinem Lebensthema, der künstlerischen Erforschung naturhafter Strukturen, immer neue und überraschende Seiten abzugewinnen.

In der Freiheit von jeglichem Anpassungsdruck entstand so ein einzigartiges, eigenständiges Werk von ungewöhnlichem Reichtum an Themen und malerischen Verfahrensweisen. Hiller hat das Repertoire dessen, was Malerei sein und leisten kann, mit seinem an wissenschaftliche Akribie grenzenden Forscherdrang wesentlich erweitert. Um Strukturen auf die Leinwand zu bringen, die den verschiedensten Formbildungs- und Formzersetzungsprozessen der Natur abgeschaut (aber nicht bloß abgebildet!) sind, hat Hiller ganz neue Methoden des Farbauftrags und der Materialbehandlung gefunden. Zerbrochene Reliefflächen, Eisblumen aus Farbsubstanz oder der Farbauftrag auf kleinteilig zerknitterte Leinwände sind nur wenige Beispiele für Hillers zahlreiche Innovationen. Mit solchen Erweiterungen der Malerei gelang und gelingt es dem Künstler immer noch, die unerschöpfliche Vielfalt der Naturkräfte zu thematisieren, die sich, der antiken Elementenlehre folgend, grob in die Themenbereiche Erde, Wasser, Feuer und Luft aufteilen lassen. Vielfältig wie die Natur sind auch Hillers stilistische Mittel. Ausgehend von einer dem Tachismus nahestehenden Malerei erweiterte er sein Repertoire an Formmöglichkeiten ohne jeden Dogmatismus: Illusionistische räumliche Wirkungen sind ihm ebenso vertraut wie greifbare Materialwirkungen, geometrisch präzise Strukturen haben in seinem Werk ebenso Platz wie organisch wachsende Zufallsformen oder serielle Strukturen.

Die aus künstlerischer Freiheit, wissenschaftlicher Neugier und handwerklicher Präzision gespeiste Malerei Hillers ist nach dem Willen des Künstlers nun seit wenigen Jahren dem Publikum zugänglich. Der große Erfolg und das rege Interesse, das diese Werke bei Galerieausstellungen und Messepräsentationen erzielten, haben deutlich gezeigt, dass sie ihre Prägnanz und ihre Faszination über die Jahre nicht nur bewahrt, sondern geradezu gesteigert haben. Die Arbeiten Hillers wirken in ihrer Formensprache vollkommen modern und auf der Höhe der Diskussionen um die Möglichkeiten der Malerei heute; seine Thematik, die nicht-abbildhafte, sondern strukturelle Darstellung von Naturprozessen ist hingegen von zeitloser Aktualität. Gerade unser Verhältnis zur Natur als unserer Lebensgrundlage bedarf nicht bloß der politischen, ökonomisch-ökologischen und philosophischen Durchdringung, sondern ebenso der künstlerischen Auseinandersetzung. Joachim Hillers Werk leistet diese Auseinandersetzung in exemplarischer Weise.

Dr. Peter Lodermeyer
Kunsthistoriker und Freier Autor, Bonn
 

Joachim Hiller, o.T., 1991, Acryl/Sand auf Leinwand, 110 x 110 cm

Joachim Hiller, o.T., 1991, Acryl/Sand auf Leinwand, 110 x 110 cm

Eröffnung: Sonntag, den 2. März, 16.00 Uhr.
Einführung: Dr. Peter Lodermeyer

Seit 2012 liegt ein umfangreiches Werkverzeichnis online vor: hiller-kunst.de/werkverzeichnis

Öffnungszeiten:
Freitag 15-18:30 Uhr
Samstag 11-14 Uhr
und gerne auf Anfrage
Führungen für Gruppen nach Anmeldung

Atelierhaus Vahle
Dr. Christiane Klein
Schumannstraße 11
64287 Darmstadt
Deutschland
Telefon und Fax +49 6151 75121
atelierhaus-vahle.de/
www.hiller-kunst.de

Werbeanzeigen

Hinterlasse einen Kommentar

Du hast noch keine Kommentare.

Comments RSS TrackBack Identifier URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

  • Kalender

    Februar 2014
    M D M D F S S
    « Jan   Apr »
     12
    3456789
    10111213141516
    17181920212223
    2425262728  
  • frühere Ausstellung

    Across Borders Iran meets Woesbaden, Ausstellung von 24.09. bis 23.10.2010 in Galerie Nero, Wiesbaden
  • frühere Ausstellung

    Ausstellung Joachim Hiller in Galerie Nero 02.07. - 18.09.2010
  • frühere Ausstellung

    Ausstellung K.O. Götz in Galerie Nero 23. April bis 19. Juni 2010
  • frühere Ausstellung

    Verlängert bis 17.04.10
  • frühere Ausstellung

    Ausstellung: Antoni Tàpies
  • frühere Ausstellung

    Ausstellung: Joachim Hiller