Antoni Tàpies: Maler, Grafiker und Objektkünstler


Der 1923 in Barcelona geborene Maler, Grafiker und Objektkünstler schuf ein umfangreiches Oeuvre und gilt als der bedeutendste spanische Künstler des Informel. Bekannt wurde er durch die Verwendung ungewöhnlicher Materialien wie Stroh, Korn und Sand. Er fand in den1950ern nach einem Ausflug in den Surrealismus seine ganz eigene Ausdrucksweise.

Nach einem anfänglichem Jurastudium begann Antoni Tàpies 1946 autodidaktisch zu malen. Wesentliche Anregungen erhielt er zunächst in Barcelona durch den Kreis junger Dichter, Literaten und Künstler um die unter seiner Mitwirkung 1948 gegründete avantgardistische Zeitschrift ‚Dau al Set‘. Tàpies verhalfen die ersten Ausstellungserfolge in Barcelona 1950 zu einem Paris-Stipendium der französischen Regierung. Dort genoss er das brodelnde intellektuelle Klima und kam in Kontakt mit Künstlern der Art Informel wie Jean Fautrier und Jean Dubuffet.  Antoni Tàpies verdichtet die Materie seiner Bilder, mischt Sand und andere Materialien in die Ölfarbe. So erzeugt der Maler raue, mauerartige Strukturen, in die er ein spärliches Repertoire von Zeichen hineinkratzt und einfache Materialien hinein collagiert.

Antoni Tàpies ist ab den 1960er Jahren international anerkannt, erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen und seine Arbeiten wurden in wichtigen Ausstellungen wie der Biennale Venedig und mehrmals auf der documenta in Kassel gezeigt. Das Museo Espanol de Arte Contemporáneo in Madrid veranstaltete 1980 eine erste große Retrospektive. Das Werk Tàpies wurde seither in zahlreichen Ausstellungen und Retrospektiven auf der ganzen Welt geehrt.
Der späten ‚Arte Povera‘ verwandt, ist das Werk Tàpies‘ bis heute voller nicht leicht zu entschlüsselnder Zeichen und Kürzel, die auch esoterisch-magische Chiffren assoziieren lassen. Der universell gebildete Künstler verwendet Elemente verschiedener Kulturkreise, doch ist er im Wesentlichen von seiner katalanischen Heimat angeregt. Im Laufe seines Schaffens sind eine Vielzahl von Arbeiten entstanden, die Tàpies unmittelbarer Lebenserfahrung entstammen und in den verschiedenen Abschnitten seiner Entwicklung immer wieder auftauchen.

In vielen seiner Werke sucht Tàpies eine einfache symbolische Zeichensprache. Seine Blätter zeigen z.B. ein M, darüber einen Handabdruck, ein kleines Kreuz und ein B, einen Fuß und ein Kreuz, ein Glocke und die Buchstaben at, die Anfangsbuchstaben seines Namens. Seine Arbeiten sind teilweise von katalanischen Tänzen und Kostümen und alten katalanischen Miniaturen inspiriert. Bilder von Füßen, Beinen, Armen oder Fragmente des menschlichen Körpers tauchen immer wieder auf. Übergroße Darstellungen dieser Motive dienen dem Künstler als Hinweis, das man auch in den ganz einfachen, gewöhnlichen Dingen das ganze Universum betrachten kann.

Die ersten Radierungen entstanden bereits in den frühen Fünfziger Jahren, die ersten Lithografien 1958. In den Sechziger Jahren setzte Antoni Tàpies seine druckgraphische Arbeit mit grosser Liebe und Experimentierfreude um. Die Gravierkunst bot ihm ein breites Feld von Ausdrucksmöglichkeiten. Mehr als einmal hat der Künstler erklärt, er verwende eine dünne Kupferplatte genau so wie ein Karton- oder Papierstück, weil er all seine Arbeit mit dem gleichen Geist verrichte.

Antoni Tàpies hat hauptsächlich mit sechs Verlegern, Schlüsselfiguren in seiner künstlerischen Laufbahn, gearbeitet, u.a. Maeght&Lelong aus Paris, durch deren Kooperation diese Ausstellung entstanden ist. Die Zusammenarbeit Antoni Tàpies mit der Galerie Maeght&Lelong begann in den frühen Sechziger Jahren. Durch diese enge Beziehung, auch zu deren bekannter Radierwerkstatt, wird Tàpies im Besonderen zur Technik der Radierung geführt, die erst später eine maßgebliche Rolle in seinem graphischen Schaffen spielt. Gemeinsam mit seinen Verlegern entstanden Graphiken, Mappenwerke und bibliophile Bücher zu Texten von Dichtern und Schriftstellern wie Brossa, Dupin, Mitscherlich, Paz, Takiguchi, Valente u.a.. Weit über die Hälfte der mehr als tausend verzeichneten graphischen Blätter gehören zu diesem bibliophilen Werk.

Kaum ein abstrakter Maler des 20. Jahrhunderts hat es wie Tàpies geschafft, Radierungen von derartiger Ausdrucksstärke und gleichzeitig hervorragender handwerklicher Qualität zu schaffen. In dieser Hinsicht können nur wenige seiner Zeitgenossen mit ihren Radierungen konkurrieren, dazu gehören u.a. Eduardo Chillida und Emil Schumacher.

mehr Informationen finden sie hier…

hier geht es zum wikipedia Artikel

viel Bilder von Antoni Tàpies finden sie in der google Bildersuche

mehr Informationen zur aktuellen Ausstellung „Antoni Tàpies Druckgrafik aus vier Jahrzehnten“ finden Sie hier…

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